Arbeitskreis Operations

Aufgaben/Fragestellungen

Anforderungen und Erwartungen von Golfern, Golfanlagen und Vereinen.

Arbeitsergebnisse

Treffen am 03.06.21 um 11:00 Uhr

Die Arbeitsgruppe versucht herauszufinden, wie sich aktuelle bzw. geplante Veränderungen (WHS; Zentralisierung etc.) auf den Deutschen Golfmarkt auswirken könnten. Dabei liegen die Schwerpunkte im operativem Bereich, also der Beziehung Kunde / Sekretariat / Geschäftsleitung.

Veränderungen werden voraussichtlich die Golferinnen und Golfer unterschiedlich treffen. So ist es für einen Golfeinsteiger einfacher, das neue WHS zu verstehen, als für einen bereits aktiven Golfer, der die Zeit vor der Umstellung miterlebt hat. Weiter wurden folgende Eckdaten als gegeben angenommen:

  • ca. 20% der Golfer spielen Turniere ...
  • weitere 40% interessieren sich für ihr Handicap und ...
  • weitere 40% spielen einfach „nur“ Golf.

 

Der DGV ist der Verband der Golfanlagen. Egal, ob durch Golfplatzbetreiber oder als klassischer „e. V.“ geführt, ist der Deutsche Golfverband der Verband der Golfanlagen und nicht der der Endkunden (Golferinnen und Golfer). Diese Grundlage und die damit systemimmanente Unterstützung der Golfanlagen scheint der DGV in den letzten Jahren aus den Augen verloren zu haben. Dazu gehören:
 

  • Lobbyarbeit (Golf & Natur)
  • Leistungsförderung (DGL)
  • Nachwuchsförderung (Abschlag Schule)
  • Interessenvertretung (EGA)
  • Krisenmanagement (Corona)
  • Rahmenverträge (CVS)
  • etc.


Natürlich brauchen manche Mitglieder (Golfanlagen) mehr Hilfe als andere, so sind individuelle Unterstützungen wie z. B. Marketingberatung, Weiterbildungsmaßnahmen usw. angebracht, damit sich die jeweilige Anlage besser präsentieren und somit am Markt behaupten kann.


Unabhängig davon, wie eine Golfanlage geleitet wird, findet der Kontakt zum (End-) Kunden bisher ausschließlich über die jeweilige Golfanlage statt. Denn eine überlebensfähige Golfanlage von heute muss Neugolfer ansprechen, Bestandsgolfer betreuen und (nicht nur nebenbei) einen Golfplatz pflegen.

Im Einzelnen sind vier gravierende Punkte zu thematisieren, die durch die vollzogenen oder geplanten Umstellungen Golfanlagen das tägliche Arbeiten teilweise massiv erschweren bzw. in der Vergangenheit praktizierte Dienstleistungen für die Endkunden nahezu unmöglich macht:

1. Entzug der Kompetenz im Empfang

Daß die Mitarbeiter im Sekretariat nicht mehr den Service bieten können, wie zuvor, führt zu teilweise massiven Beschwerden von Golferinnen und Golfern und beeinträchtigt die Stimmung im Club. Fragen wie: „Sie können mir wirklich nicht sagen, wie sich mein HCP verändert?“ oder „Warum teilen Sie uns die HCP-Veränderungen nicht mehr in der Siegerehrung mit?“ oder „Warum kann die Club-App mir keine Auskünfte über mein HCP liefern?“ sind typische Fragen, mit denen Clubs konfrontiert werden.

Und zur Antwort können die Mitglieder nur zu hören bekommen „Entschuldigung, das können wir nicht mehr darstellen“. Sehen so die Vorteile der Digitalisierung aus?

Ihre Einschätzungen und Meinungen können Sie uns gern zusenden.

 Kommentieren > 

 

2. Wenn Zentralisierung, dann richtig!

Es darf nicht sein, dass die Software im Club mit alten HCP-Daten arbeiten muss. Die Mitarbeiter vor Ort bekommen aktuell nur eine Information über den aktuellen Stand des HCP´s eines Mitglieds, wenn proaktiv eine Aktualisierung im System vorgenommen wird. Das führt zu Geschwindigkeits- und Transparenzverlusten.

Das gilt auch für Turnier- oder RPR Ergebnisse. Die neuen HCP´s erst am nächsten Tag zu sehen, ist ein Serviceverlust ohne Gleichen. Dies führt bei den Kunden (allen interessierten Golferinnen und Golfern!) zu Frust, Unmut und Desinteresse.

Ihre Einschätzungen und Meinungen können Sie uns gern zusenden.

 Kommentieren > 

 

Derzeitige Teilnehmer

Ursel Angermann
Vorstand Marketing Golfclub Pleiskirchen e.V., stellv. Beiratsvorsitzende Pleiskirchen Golf GmbH & Co KG.

Marcus Hamberger
Manager GOLPFARK GUT HÄUSERN / Münchner Golf Eschenried.

Bernhard May
Präsident GOLFCLUB WÜRZBURG.

Stuart Orme
Stellv. Vorstand BUNDESVERBAND GOLFANLAGEN .

 

3. Big Data/Werbung

Dass der DGV in den letzten Jahren Werbung an die Clubmitglieder (Endkunden!) weitergeleitet hat, war schon grenzwertig. Am Schlimmsten waren die vielen Beilagen beim DGV Ausweis, doch hatte das Mitglied selten weiterführenden Kontakt mit dem DGV. Nun ist das aber anders. Die Clubs müssen ihre Mitglieder anhalten, sich zusätzlich beim DGV zu registrieren, um Auskünfte über den Verlauf ihres HCP´s zu erhalten.

Zwar könnten die Sekretariate den HCP-Sheet ausdrucken, doch geht dieser Ausdruck über 10 Seiten und im Zeitalter der Digitalisierung sollte ein Ausdruck nicht mehr notwendig sein. Bereits jetzt ist klar, dass registrierte Golfer mit noch mehr Werbung behelligt werden als sonst. Und wenn früher die dezente Werbung von Rolex oder Allianz als Hintergrundrauschen wahrzunehmen war, sind nun GolfHouse, Vice-Bälle und andere Online-Anbieter typische Werbepartner des DGV´s.

Ihre Einschätzungen und Meinungen können Sie uns gern zusenden.

 Kommentieren > 

 

4. Konkurrenz für unsere Golfanlagen

Die wenigsten Golfanlagen können noch den Service eines Pro-Shops anbieten. Die Welt der Golf-Ketten und Online-Anbieter machen es den Golfanlagen fast unmöglich, einen profitablen Golf-Shop zu führen. Und dies unterstützt nun zusätzlich der DGV, der damit gegenüber seinen eigenen Mitgliedern und deren etablierten Partnern als Konkurrent auftritt!

Ihre Einschätzungen und Meinungen können Sie uns gern zusenden.

 Kommentieren > 

 

Fazit:

Wir fordern einen Sportverband, der die Golfanlagen unterstützt. Der dabei hilft, die Lobby des Golfsport in Deutschland zu verbessern, die Nachwuchsförderung in den Fokus zu setzen und somit auch den Leistungssport sichert.

 

Golferinnen und Golfern muss eine bequeme und bedienerfreundliche Informationsbeschaffung möglich sein, die u. a. die jederzeit sofortige HCP Entwicklung einschließt. Dies umfasst alle Turnierergebnisse nach Turnierschluss und individuelle HCP Konsequenzen.

 

Für Golfclubs und Golfplatzbetreiber muss das System ebenfalls bedienerfreundlich und zuverlässig funktionieren und einen einfachen Zugriff zur kompetenten Mitgliederbetreuung (Endkunden!) beinhalten. Der Support des Verbandes muss insbesondere auch zu den Hauptgeschäftszeiten (Wochenende etc.) verfügbar sein. Digitalisierung sollte auch an dieser Stelle eine Arbeitsent- und nicht Arbeitsbelastung darstellen!

Wir erwarten von einem Verband, dass er Golfclubs und Golfplatzbetreibern hilft, die Geschäfte im Sinne der Endkunden auf den Golfanlagen zu organisieren und lokale Golfshops zu fördern. Der DGV sollte den Vertrieb von Mitgliedschaften auf den Golfanlagen unterstützen und verhindern, dass Firmen ohne Golfanlage Mitgliedschaftskarten vertreiben können (Kartenhändler ohne Golfanlage haben keine DGV Kartenlimitierung, mit eigener Anlage schon…).

Dem Golfmarkt in Deutschland entwickelt sich nach vielen Jahren der Stagnation positiv. Durch die verschärfte Konkurrenzsituation mit dem eigenen Verband sowie immer neuen Arbeitserschwernissen statt Digitalisierungserleichterungen auf den Golfanlagen ist es dringend notwendig, Anpassung zeitnah umzusetzen, die für Golfclubs, Golfplatzbetreiber und damit auch für Golferinnen und Golfer zeitgemäße Verbesserungen darstellen.

Ihre Einschätzungen und Meinungen können Sie uns gern zusenden.

 Kommentieren > 

 

Kommentare


Roland Trost, Geschäftsführer Golfanlage Pottenstein-Weidenloh
Wir finden es sehr bedenklich was der DGV aktuell mit unseren Kundendaten treibe und das auch noch sehr schlecht. wir verbrauchen aktuell ca. 20 Stunden in der Woche nur um Mängel am neuen World Handicap System auszugleichen. Weiterhin wird die Neuanlage der Neukunden massiv blockiert. Wir würden uns umgehend eine alternative zum DGV wünschen. Wie auch unsere Mitglieder.


Georg-Wilhelm Rieke, Spielführer im Golfclub Jersbek e.V.
Ich finde es sehr schade, dass bei bzw. nach einer Siegerehrung nicht sofort auch ein neues Handicap des Betreffenden verkündet werden kann. Ich würde es begrüßen, wenn der DGV die Software so verbessern lassen könnte, dass sofort nach Turniereingabe aufgrund der besten 8 letzten Ergebnisse im Scoring Record ein neues Handicap feststeht.

Das auch unter Verzicht auf PCC (Course Rating Korrektur). Insbesondere bei späten Turnieren - z.B. After-Work-Turnieren - und noch RPR-Runden auf dem Platz und damit verbundenen Turniereingaben einen Tag später vergeht auch zu viel Zeit, bevor ein Spieler seinen neuen und richtigen Handicap-Index erfährt. Und bis dahin hat er ggf. bereits neue handicaprelevante Wettspiele absolviert, in Unkenntnis seines "richtigen" Handicap-Index.


Wolfgang Mych, Gut Kaden
Warum keine HCP-Führung durch den Verband? Aus meiner Sicht ist der Verband generell für den sportlichen Bereich und nicht nur für den Spitzensport zuständig. Und damit auch für die Dokumentation der Spielstärke. 

Mein Vorschlag für die nahe Zukunft:
Der DGV führt eine HCP-Karte ein, die von den Golfern direkt beim DGV gekauft wird. Die damit verbundenen Daten stellt der Kunde dem DGV zur Verfügung, denkbar ist ein kostengünstiges Modell mit Werbung und eine kostspieligere Variante ohne Werbung. Und wer das gar nicht möchte, kann schließlich auch ohne HCP- Karte Golf spielen, sofern Golfanlagen dies zulassen.

Schon jetzt wird man in deutschen Clubs gerne nach dem „DGV-Ausweis„ gefragt. Gefühlt sind Golfer also ohnehin schon direkt Mitglieder des Verbandes. Das können Sie in Zukunft auch „offiziell“ werden. Die Clubs können dabei für Wettspiele und PRP-Runden das aktuelle HCP (ohne Historie) jederzeit abrufen.
Der DGV-Ausweis entfällt dann ganz und Clubs können wir früher ihren eigenen Ausweis mit unterschiedlichen Funktionen und in Eigenvermarktung gestalten.

Die Golfanlagen zahlen anstelle der Gebühren pro Mitglied eine Grundgebühr als Anlage an den DGV und weiterführende Dienstleistungen können gegen Aufpreis dazugebucht werden. Der DGV generiert damit Einnahmen aus den HCP-Karten und Gebühren der Anlagen sowie der Vermarktung der Daten. Gerne auch möglichst viele Einnahmen, denn je besser der Verband finanziell aufgestellt ist, desto größer ist sein Handlungsspielraum (z.B. German Open, eigenes Leistungszentrum etc.).

Für die jetzige Situation sollte man dem Verband ein wenig mehr Vertrauen entgegenbringen und der Umsetzung Zeit geben. Jeder von uns kennt die komplexen Schwierigkeiten bei der Einführung einer neuen oder auch nur erweiterten EDV.


Wolfgang Mych, Gut Kaden
"
Den DGV als " Konkurenz für unsere Golfanlagen" zu bezeichnen, zeigt ein fragwürdiges Verständnis von Marktgegebenheiten. Wenn Mitglieder vor Ort den angebotenenen Service nicht nutzen, ist dafür offensichtlich auch kein Bedarf, oder es gibt an anderer Stelle bessere Angebote.

Warum kann eine Golfanlage nicht auch ohne Golfshop attraktiv für Golfer sein? Die Anlage vor Ort ist verantwortlich, welche Leistungen und Angebote sie den Golfern unterbreitet. Dass nicht alle Leistungen an allen Orten nachgefragt werden, nennt man Markt. Wenn eine Golfanlage dennoch einen Service leisten möchte, der nicht kostendeckend ist, ( z.B. Gastronomie, Mannschaftsgolf oder Jugendarbeit ) ist es eine Grundsatzentscheidung, die eventuell auch für einen Golfshop Gültigkeit hat.

Nicht die Schuld auf andere schieben!"