Zuschriften Anfang Juli 2022

Hofgut Websweiler Golf-Resort

Am 1.7.2022 erreichte uns eine Kopie einer Nachricht an den Leiter der DGV IT:

Betreff: Verzögerungen bei der Berechnung des vorläufigen Index

Sehr geehrter Herr Kautz,

am Mittwoch, den 29.06.22, mussten wir zum zweiten Mal schon feststellen, dass die Funktion des vorläufigen Handicaps technisch leider nicht wie angekündigt umgesetzt wurde.

Unser Mens Day – mit 38 Personen an diesem Tag wirklich eine kleine Veranstaltung – beendet sein Turnier gegen 19.30 Uhr. Um 19.41 Uhr waren alle Ergebnisse erfasst und das Turnier wurde erfolgreich abgeschlossen und an PC Caddie übertragen. Nach 5 Minuten Wartezeit erfolgte der Versuch eine vollständige Ergebnisliste mit vorläufigem Index auszudrucken. Wir erhielten folgende Fehlermeldung.

Von da an versuchten wir im 5 Minuten Rhythmus diese Liste auszudrucken. Leider ohne Erfolg. Gegen 20.30 Uhr stellten wir genervt alle Versuche ein und der Captain machte seine Siegerehrung ohne vorläufige Indexberechnung. Letztendlich konnte ich dann um kurz vor 21.00 Uhr, nach einem erneuten Abschluss (einer reinen Tat der Verzweiflung ohne weiteren Grund) eine vollständige Ergebnisliste mit Index generieren.

Sie werden sicherlich verstehen, dass nach einem 11stündigen Arbeitstag, unser Verständnis für eine solche Verzögerung begrenzt ist. Allen Clubs wurde angekündigt, dass der DGV fünf Minuten für die Berechnung der vorläufigen Handicaps benötigt. Das scheint auch tatsächlich so zu sein, da alle bei Golf.de angemeldeten Spieler gegen 19.46 Uhr ihre persönliche Meldung incl. neuem Index per Mail bekamen.

Wieso und warum wir als Club vor Ort dann über eine Stunde Wartezeit auf eine Siegerliste mit neuem Index akzeptieren müssen, bitte ich Sie uns zu erklären. Diese Verzögerung ist weder im Alltagsgeschäft praktikabel, noch für uns Mitarbeiter nach einem langen Arbeitstag akzeptabel.

Wahrscheinlich versuchen an einem Mittwochabend außer uns noch viele andere Clubs den Mens Day abzurechnen, aber das ist keine Rechtfertigung für diesen Zeitaufwand. Bei einigen hundert, vielleicht tausend Turnierteilnehmern müssen aus den letzten 20 Turnieren jeweils die 8 besten Ergebnisse herausgezogen werden und aus diesen wird der Durchschnitt berechnet – das ist keine Quantenphysik und sicherlich keine Aufgabe für stundenlange Rechenprozesse.

Wie wir heute erfahren haben, waren wir übrigens nicht die einzigen mit diesem Problem. Auch unser Nachbarclub machte diese Erfahrung, hat auch nach rund 50 Minuten frustriert abgebrochen und ebenfalls eine Siegerehrung ohne neuen Index gemacht.

Sehr geehrter Herr Kautz, die lange erwartete Funktion des vorläufigen Handicaps macht so leider keinen Sinn. Wir werden jetzt unsere Captains informieren, dass der DGV derzeit technisch nicht dazu in der Lage ist innerhalb einer akzeptablen Zeit die neuen Handicaps zur Verfügung zu stellen und dass wir ab sofort wieder ohne dieses schicke, lang erwartete Feature auskommen müssen.

Oder haben Sie eine Idee wie dieser Vorgang zu optimieren ist?

Mit freundlichen Grüßen vom Websweiler Hof

Hofgut Websweiler Golf-Resort GmbH
Geschäftsführer Jochen Möller

 

 

Hans-Eric Seyda

Am 3.7.2022 schrieb Herr Seyda den folgenden Kommentar an Golf in Bewegung:

Sehr geehrte Damen und Herren des DGV,

Ich begrüße Ihre proaktive Herangehensweise, stelle jedoch als Nutzer der DGV Plattform fest, dass Sie sich offensichtlich "Blind" auf Versprechen und Expertisen von externen Partner verlassen, die primär nur den eigenen finanziellen und/oder Marketing Interessen vertrauen. Verimi ist zugegebenermaßen ein guter Anbieter für Authentifizierungsmaßnahmen. Leider sind Digital Natives nicht alle gleich, genauso wenig wie die Generation Z alle Veganer und Naturschützer sind.

Digital Natives wolles alles so einfach wie möglich über die von ihnen bevorzugten Anbieter. Sie wollen keinesfalls zu irgendetwas gezwungen werden. Auch ich nicht, auch wenn ich alterstechnisch nicht zu den Natives zähle. Beruflich bin ich für die Authentifizierungsmöglichkeiten von MFPs zuständig. Ich kenne ihr Problem und ich bin seit langem beruflich auf der Suche nach Lösungen für die universelle Authentifizierung.

Die zwangsweise Authentifizierung über einen Anbieter, der weder die Verbreitung noch die Flexibilität noch ein Interesse an einer europäisch einheitlichen Authentifizierung forciert, ist kein Anbieter den Sie nutzen sollten, geschweige denn zwangsweise.

Ich kann ihnen nur dringend empfehlen:

 

  1. Halten Sie die Authentifizierung in Ihrer Hoheit zu 100%, auch wenn es möglicherweise heute etwas teurer ist. In Zukunft wird es viel Geld einsparen.
  2. Bieten sie zusätzlich alternative Authentifizierungsmöglichkeiten die üblich sind, dass sind nach den Umfragen und Analysen die Dinge die ein Digital Native wirklich will, nicht ein weiterer Anbieter, bei dem man sich zusätzlich registrieren muss.  Seien Sie mir nicht böse, aber diesem Zwang werde ich niemals nachgeben, eher gebe ich Golf als Hobby auf!
  3. Und das komplizierte Verfahren der Registrierung bei Verimi trägt nicht zur Akzeptanz bei nicht digital Natives, die übrigens im DGV in der Überzahl sind, bei.

Aber sie dürfen mich gerne als Berater kostenlos hinzuziehe, wenn Ihnen intern die Expertise zum Thema Authentifizierung fehlt, oder sie einen Nutzer bei den Überlegungen nicht aus den Augen verlieren möchten. Denn auch die Golfplatzbetreiber scheinen hier die Golfer nicht ausreichend zu berücksichtigen.

Danke

 

Hans-Eric Seyda

 


Weitgehende Einigung erreicht

Gespräche zwischen der DGV Führung und der Initiative zeigen konkrete Ergebnisse

Kritik- und Problempunkte

Nach einem - aufgrund der von der Initiative Golf in Bewegung vorgebrachten Kritik erwartbaren - holprigen Start ist es gelungen, ein weitreichendes Einvernehmen nach einer Serie von konstruktiven Gesprächen mit der DGV Führung zu erreichen.

Im Wesentlichen ging es nach diversen Experten- und Arbeitskreisgesprächen und einer großen Marktumfrage um drei Themenkomplexe:
 

  • die zentrale Abwicklung von vielen Services für den Golfsport durch den Verband in Verbindung mit der Einführung des World Handicap Systems. Dadurch war es in den Vereinen und Golfanlagen unmöglich geworden, bestimmte altgewohnte Informationen rund um das Handicap und den Spielbetrieb zeitnah oder überhaupt bereitzustellen. Die Abwicklung einiger Geschäftsprozesse wie z.B. die Eintragung eines Ersthandicaps waren aufwändiger geworden.
  • die vermehrte Nutzung der Daten der Golferinnen und Golfer für zentrale Werbezwecke. Die Abwicklung obwohl datenschutzrechtlich einwandfrei im Rahmen des "Permission Marketings" stieß auf erhebliche Kritik in Verbindung mit der zeitgleich eingeführten Zentralisierung des World Handicap Sytems und im Hinblick auf die Einwirkung auf lokale Geschäftsfelder wie z.B. ProShops, Sponsoring und lokale Werbeaktivitäten.
  • die in Verbindung mit Datenweitergaben verbundenen Rechtsfragen.

Lösungen, Zusagen und Absichten

Zu allen drei Themenbereichen sind in den Gesprächen Einigungen über Änderungen bzw. klare Positions- und Absichtsbestimmungen erreicht worden. Der Kurzüberblick:

  • Bereits mit dem Saisonstart 2022 sind eine Reihe Service- und Ablaufverbesserungen verbandsseitig umgesetzt worden. Die neuen Versionen der Clubverwaltungsprogramme werden diese Verbesserungen in den Clubs und Golfanlagen verfügbar machen. In einer weiteren Stufe sollen mit dem Saisonstart 2023 alle wesentlichen Informationsfunktionen aus der Zeit vor der Einführung des World Handicapsystems auch wieder lokal verfügbar sein. Die eigentliche Berechnung des HCPI wird dabei sinnvollereweise weiterhin zentral erfolgen, um eine konsitente Berechnung zu gewährleisten.
  • Die zentrale Vermarktung durch die DGV-eigene Vermarktungsgesellschaft DGS soll sich auf überregional agierende Anbieter konzentrieren und die lokalen Geschäftsfelder den Clubs und Golfanlagen überlassen. Zu dem Themenkomplex will der DGV in 2022 drei Veranstaltungen zur Information und zum Gedankenaustausch ausrichten. 
  • Die noch verbliebenen Rechtsfragen sollen noch in der ersten Jahreshälfte 2022 von den Experten der Initiative gemeinsam mit den DGV in ein einer kleineren Arbeitsgruppe behandelt werden. Dabei wird es auch um Fragen der Ausrichtung auf die laufenden EU Gesetzgebungsvorhaben wie z.B. dem Data Act E Plänen gehen.
     

Einzelheiten dazu finden Sie in dem Originaltext des DGV weiter unten auf dieser Seite. Auf der Grundlage dieser Einigung halten wir aus dem Kreis der Gesprächsführer der Initiative (Sprecher Bernhard May und "Kommunikator" Joachim Geffken) die bislang hier erwogene Antragstellung zum DGV Verbandstag für nicht mehr geboten.  Dieser Haltung haben sich die Mitglieder der Initiative in einer Online-Konferenz am 18.3.2022 angeschlossen.


Nachricht des DGV vom 17.3.2022

Sehr geehrter Herr May, sehr geehrter Herr Geffken,

nachdem sich Vertreter der Initiative und des DGV bereits Mitte Oktober, dann Ende Februar und nun erneut am 14.03. ausführlich besprochen haben, konnte eine Verständigung zwischen Ihnen und uns, das weitere Vorgehen betreffend, erzielt werden. Soweit wir zu den von der Initiative aufgeworfenen Fragen inhaltlich, wie nachfolgend dargestellt, kurzfristig Stellung nehmen, hatten Sie signalisiert, noch in dieser Woche den erreichten Stand der Beratung mit weiteren Initiativenvertretern rückzukoppeln. Wir waren mit der gemeinsamen Erwartungshaltung auseinandergegangen, dass der erreichte Beratungsstand eine formale Antragsstellung zum Verbandstag, initiiert oder unterstützt durch die Initiative, entbehrlich machen kann.

Dieses Ziel im Blick, freuen wir uns sehr, wenn es gelungen ist, von der Initiative aufgeworfene Fragen im Dialog zu behandeln, das Für und Wider von Positionen abzuwägen und zu das Gesamtinteresse von Golf in Deutschland berücksichtigenden Lösungen zu kommen.

1. Unabhängig vom kommenden DGV-Verbandstag ist der Verband auch künftig zu einem ernsthaften Dialog bereit, der selbstverständlich auch kritische Themen umfassen mag.

2. Zur Verbesserung der Servicequalität auf den Golfanlagen vor Ort haben wir bereits seit August 2021 Anpassungen zum WHS für die jetzt kommende Saison in der Umsetzung, die wir schon im letzten Jahr konkret benannt hatten; dazu gehört:
 

  • die zeitnahe Bereitstellung eines neu gerechneten (vorläufigen) Handicap-Index bereits nach Turnierabschluss oder einer RP-Runde,
  • die Ermöglichung der lokalen Ersteintragung von Handicap-Indizes (bei Personen, die nicht bereits einen Handicap-Index im DGV-Intranet aufweisen),
  • die vereinfachte Eintragung der Platzreife aus der Clubverwaltungssoftware heraus,
  • den vereinfachten Eintrag des DGV-Kindergolfabzeichens mit automatischem HCPI-Eintrag aus der Clubverwaltungssoftware heraus,
  • die vereinfachte Eingabe von Auslandsspielergebnissen aus der Clubverwaltungssoftware heraus (und darüber hinaus die automatische Übermittlung aus Ländern, die dem International Golf Interface (IGI) angeschlossen sind),
  • die Umsetzung einer „gesplitteten Handicap-Relevanz“ eines Turniers bei „Tiger & Rabbit“,
  • die vereinfachte Eingabe sog. „Penalty Scores“.


Als weiteres Thema wurde durch die Initiative explizit auch der Aspekt „lokale Erstellung von Vorgabentabellen“ benannt. Dem DGV ging es mit der zentralen Zurverfügungstellung (im Zuge der Umstellung zum WHS) allein um eine administrative Neuordnung/Systematisierung. Weitere Ziele verfolgte und verfolgt er damit nicht. Eine Anpassung der Zuständigkeiten bei der Erstellung von Vorgabentabellen werden wir auf unsere To-Do-Liste setzen.

3. In Entwurfstexten zu möglichen Anträgen betreffend „Handicap-Services“ formuliert die Initiative den Wunsch nach einem auch lokalen Zugang zur zentralen HCPI-Verwaltung des Verbandes (Parallelität der Darstellung durch DGV und auf „Club“-Webseite oder -App). Dazu erklären wir, dass eine dementsprechende Neuausrichtung mit dem Ziel der Umsetzung zur Saison 2023 erfolgen soll. Hier geht es erkennbar um die für die Anwendung der Handicap-Regeln relevanten Funktionen (Anzeige von Handicap-Index, Scoring Record und Handicap History Sheet wie beim DGV). Der Grundsatz des zentralen Rechnens des HCPI beim Verband und dazu etablierte technische Standards bleiben bestehen. Die Zurverfügungstellung von Daten für Anwendungen von über o. g. Handicap-Regeln hinausgehende Funktionen bedarf einer Lizenzierung, abhängig vom Verwendungszweck, im Einzelfall.

4. Mit Blick auf den Entwurfstext eines möglichen Antrages zu Vermarktung/ Werbung erklärt der DGV, dabei mit nochmals gesteigerter Sensibilität für die Interessen seiner Mitglieder und deren Leistungsangebot mit dem Fokus „nationale Vermarkung“ vorzugehen. Es besteht weiterhin das für den DGV wichtige Verständnis, dass gerade eine erfolgreiche Vermarktung des Verbandes in Zukunft auch mittel- und langfristig Beitragsstabilität zugunsten der DGV-Mitglieder gewährleistet und, bei entsprechendem Erfolg, die Finanzierung wichtiger Projekte zur Förderung von Golf in Deutschland ermöglicht.

Da dabei grundlegende Fragen auch der mittelfristigen Strategie eine Rolle spielen, wird der DGV im Sommer d. J. den Einstieg zu einem Informationsaustausch und zur weiteren Meinungsbildung mit interessierten Verbandsmitgliedern auf mindestens drei Veranstaltungen an verschiedenen Standorten bundesweit organisieren.

5. Mit Blick auf das Stichwort „Digitalisierung“ gilt, dass wir heute den digitalen Grundstein legen müssen, um zukünftig auch für „Digital Natives“ als starke Golfgemeinschaft insgesamt adäquat aufgestellt zu sein. Für den Verband ist dazu ein moderner und innovativer digitaler Servicerahmen für Golferinnen und Golfer wichtig. Dreh- und Angelpunkt des Golfangebots wird aber auch zukünftig immer die Golfanlage vor Ort sein. Der Verband wird sich nicht etwa an deren Stelle setzen.

6. Soweit aus dem Verbandshandeln der Eindruck entstanden sein mag, der Verband plane eine Art direkter mitgliedschaftlicher Anbindung von Golfern an den DGV, kann dies klar verneint werden. Auch wenn von vornherein fernliegend, bestätigt der Verband zudem, dass er die Unterstützung des Angebots von Fernmitgliedschaften ausschließt.

Der Verband hat sich auch mit weiteren von der Initiative aufgeworfenen Fragen und Positionen von Beginn an ernsthaft auseinandergesetzt. Dazu gehören auch Fragen der datenschutzrechtlich einwandfreien Abbildung aller Prozesse. Der DGV misst dem Thema große Bedeutung bei, stellt bereits einen hohen Standard sicher und bleibt zu einzelnen angesprochenen Fragen gern auch mit den in der Initiative dazu engagierten Fachleuten in einem (bedarfsabhängigen) engen Austausch. Ein Fachtreffen ist dazu zur Jahresmitte geplant.

Unsere Zielsetzung als gemeinnütziger Spitzensportverband ist bei alledem ideell. Am Ende aktueller und künftiger, auch digitaler, Vorhaben steht nicht etwa die Maximierung von Einnahmen für den Verband als Selbstzweck. Jeder Euro dient den gemeinnützigen Satzungszwecken zur Förderung von Golf in Deutschland. Den Verbandshaushalt, und damit die konkrete Verwendung aller Finanzmittel, beschließen unsere Mitglieder jährlich auf dem DGV-Verbandstag.

Dort, aber auch sonst im Verlaufe des Jahres, besteht heute wie künftig die jederzeitige Bereitschaft des Verbandes zum Dialog. Wenn es dabei gelingt, unterschiedliche Auffassungen auch bereits ohne formale Anträge zur Mitgliederversammlung des Verbandes zusammenzuführen, begrüßen wir das besonders. Dabei ist es „das gute Recht eines jeden DGV-Mitglieds“, sich, auch zu kritischen Themen, mit dem DGV jederzeit in die Diskussion zu begeben. Für die Verbandsführung gehört dies zu ihrem Selbstverständnis.
Auch im Hinblick auf den anstehenden Verbandstag bedanken wir uns für den konstruktiven und zielführenden Austausch.

Mit freundlichen Grüßen

DEUTSCHER GOLF VERBAND e.V.

Der Vorstand


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